CLOSED Damen 160x600
MODE / besprochen von Silke Wichert am 30.07.2010

One piece, covers all - der neue Coverall von Levi's

Marke:
Levi's
Modell:
Levi's Coverall Overall
Preis:
um 139,95 Euro
Where to buy
Warum jetzt:
Der Total-Jeans-Look hat uns den ganzen Sommer über beschäftigt, mal mehr, mal weniger gelungen. Und wer sich die Herbstkollektionen genauer anschaut - die Kombination verschiedener Schattierungen einer Farbe von Kopf bis Fuß, manche nennen das auch "matchy matchy total look", bleibt ein Trend (siehe Dries van Noten, Margiela, Bottega Veneta et al). Da kommt der neue "Coverall" von Levi's also zur richtigen Zeit: keine Latzhose, kein Overall, trotzdem ein Einteiler im Total-Jeans-Look, aber in verschiedenen Waschungen. Klingt erst mal bizarr. Man steckt halt noch nicht drin...
Der erste Eindruck:
Sieht aus wie selbst zusammengenäht, die Proportionen aus weitem Hemd und eher enger Jeans (relaxed Röhre) wirken seltsam, das kann eigentlich nicht funktionieren. Umso neugieriger macht dieser etwas andere Overall - der gar keiner ist. Levi's nennt ihn nämlich "Coverall", weil er nicht wie ein "gewöhnlicher" Overall (oder ein Jumpsuit?) aus einem Stück genäht ist, sondern aus zwei Teilen zusammengesetzt ist. Ah, ok, und warum dann nicht einfach Hemd und Hose einzeln lassen?
Was taugt er:
Das wäre erstens: viel langweiliger, und zweitens: sehr viel weniger lässig. Wer schon einmal versucht hat, ein Jeanshemd zur Jeanshose zu tragen, fühlt sich schmerzlich an die Popperjahre in den 90ern erinnert, wo (zumindest ich) dünne Cordhemden in weiße Jeans stopfte und dabei üppige 'Muffin-Waists' herauskamen. So richtig gut bleibt ein Hemd selten in der Hose stecken. Da ist der Coverall klar im Vorteil und: er funktioniert tatsächlich: Einmal hineingeschlüpft, sitzt der Hosenbund lässig auf der Hüfte und bleibt da zur Abwechslung auch, als würde er wie bei der Augsburger Puppenkiste an dünnen Strippen gehalten. Das Hemd 'plustert' sich leicht auf: Boyfriendlook. Was als lustiger "Crush" gedacht war, entwickelt sich zu einer dauerhaften Beziehung. Ich ziehe den Coverall gleich zwei Tage hintereinander an, weil's so einfach ist, bis die Kollegin sagt: "Was soll das werden, ein Langzeit-Test?"
Was sagen die anderen:
Meine Freunde merken erst einmal gar nicht, dass ich hier nicht zwei sondern nur ein Teil trage. Ist das jetzt gut? Oder schlecht? Der Kommentar "der Look ist so Marilyn Monroe mäßig" wird jedenfalls gern genommen. Spätestens beim Sitzen merkt es dann doch mal jemand, versucht am Hemd zu zupfen und sagt spontan "ach Quatsch!" Obwohl Männer bisher alle Einteiler grässlich fanden - den als Zweiteiler getarnten Coverall finden sie "ziemlich lässig".
Passt zu:
Eine Kollegin hat ihn in Größe M anprobiert, da macht der Coverall leider sehr kurze Beine und sitzt zu locker an der Hüfte. Entweder ich habe die richtige Durchschnittsfigur für S oder da stimmen die Proportionen besser. Die 7/8-Länge der Hose passt perfekt zum aktuellen 50ies/60ies Revival und deshalb auch gut zu Ballerinas. Pumps für abends machen den Coverall etwas femininer. Die richtige Jacke dazu, ist schwieriger zu finden. Jeans fällt aus, Parka ist etwas derb, eine dünne Nylonjacke funktioniert am besten. An Gürtel bitte nicht einmal denken. Mit dem Coverall ist man schon so "instantly dressed". (Es gibt übrigens auch ein "Coverall-Dress" mit Jeansrock und nicht ganz so hellem Hemd.)
Silke Wichert
Standort: Berlin
Standpunkt:
„Doch, doch, genau so habe ich das gemeint“
Hauptbeschäftigung: Autorin für Zeitungen und Magazine wie Welt am Sonntag, Stern, Brigitte, merian.de Zusammen mit Julia Freitag gründete sie Ende 2009 styleproofed.com


Kauft mir das bitte jemand: Neongrüner, schmaler Gürtel von Miu Miu

Das sollte bitte niemand mehr tragen: Die Lammfelljacken- und Bikertrenchcoat-Burberry-Kopie von Topshop. Werden leider auch nicht besser, wenn man sie tagtäglich anzieht






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Kate Moss ist das "neue Gesicht" von Mango. Hat die 38-Jährige als Model nicht langsam ausgedient?
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