CLOSED Damen 160x600
LIVING PRODUKTE / besprochen von Silke Wichert am 23.07.2010

Das Puma Phone mit Solarenergie

Marke:
Puma
Modell:
Puma Phone
Preis:
um (ohne Vertrag) 350 Euro
Where to buy
Warum jetzt?
Fast alle Modemarken haben mittlerweile Telefone auf den Markt gebracht, die keiner braucht. Hat da wirklich noch jemand auf das Puma Phone gewartet? Vielleicht nicht, aber hier sind einige sehr schlaue Features eingebaut worden, die positiv überraschen. Vor allem die eingebauten Solarzellen, mit der sich das Handy unterwegs aufladen lässt. Ich habe das Puma Phone also gleich mit auf die Reise zur WM nach Südafrika genommen, wo zwar Winter, aber immer noch mehr als genug Sonne war.
Der erste Eindruck:
Vorbildlich. Wenn David de Rothschild das sieht, fängt er wahrscheinlich an zu weinen vor Glück: keine Hochglanz-Pappe, keine fancy Metallic-Folie, sondern ein aufklappbarer Koffer aus recyceltem Eierkarton, in dem die Einzelteile wie kleine Werkzeuge eingebettet sind. Puma hat in den letzten Jahren schon bei den Schuh-Verpackungen umgedacht, das hier ist die konsequente Weiterführung.
Neidfaktor:
Noch bevor ich das Puma Phone zum ersten Mal benutze, bekomme ich bereits das erste Abwerbeangebot: Weil ich zu blöd bin, die SIM-Karte einzusetzen, gehe ich in einen Elektroshop in Durbans uShaka-Shoppingcenter. Der Typ braucht eine Millisekunde, um zu schnallen, dass die Karte nicht neben, sondern unter dem Akku eingeschoben wird, trotzdem gibt er das Telefon erst mal nicht mehr aus der Hand. So ein Solarzellen-Modell hat er noch nie gesehen, außerdem zählt Puma gerade in Afrika zu den begehrtesten Sportswear-Marken. "Wanna change?", fragt er und bietet mir grinsend sein altes Motorola Handy an.
Was taugt es:
Einmal eingeschaltet, erscheint rechts oben im roten Display "glücklich", weil der Akku zu 98% geladen ist. Dann lasse ich das Handy fast fallen vor Schreck: Wenn man drei Sekunden keine Taste drückt, erscheint als Bildschirmschoner ein 'echter' Puma im Display, der den Handyboden abschleckt. Putzig. Mehr passiert allerdings auch erst mal nicht - Puma hat von den Funktionsweisen weder versucht, Nokia, noch das iPhone zu kopieren (mit anderen Marken kenne ich mich nicht aus). Ohne Bedienungsanleitung geht hier gar nichts.
Die einzelnen Funktionen:
Einmal eingelesen, ist der Touchscreen leider immer noch nicht ganz einfach zu bedienen. Neben fast jedem Menüpunkt verbirgt sich noch eine weitere Auswahl oder der "rote Teppich" muss nach oben geschoben werden. Was der rote Teppich mit Puma zu tun hat, wissen wohl nur die Entwickler. Schlüssiger ist das "Sportmenü" mit Schrittzähler, Fahrradtachometer, Kompass etc., was ich im Urlaub aber garantiert nicht ausprobieren werde. Meinen ersten Anruf verpasse ich, weil der Dschungel-Klingelton (ein Puma-Brüllen war mir dann doch zu 'in your face') noch zu ungewohnt ist. Außerdem sitze ich gerade im Moses Mabhida Stadion beim Halbfinale Deutschland-Spanien und kann jetzt wirklich nicht telefonieren. Dafür mache ich in der Halbzeit einen kleinen Videomitschnitt, von dem besoffenen Typen hinter mir, der glaubt, um ihn herum säßen nur Südafrikaner und Spanier, die kein Deutsch verstehen. Das funktioniert einwandfrei, die Qualität des Lallens und Zeterns ist fast ein bisschen zu gut. Auch die Kamera hat einen Blitz, Zoom und all das, was mein iPhone leider nicht hat.
Nach dem Spiel schreibe ich meine erste SMS und entdecke durch Zufall die "Puma Icons". Statt Smileys (die ich noch nie nie nie verwendet habe), kann man alle möglichen kleinen Symbole anhängen: einen Bus mit dem Verweis "bring your friends!", einen Wellensittich im Käfig mit "go out more". Letzteres schicke ich an einen Sportreporter, der wieder die halbe Nacht arbeiten muss. Wie ich später feststelle, können die Icons aber nur von einem Puma Phone empfangen werden, was natürlich total bescheuert ist. Andere Features, die ich aus Rücksicht auf meine Telefonrechnung noch nicht testen kann: Videoanrufe, surfen, der "Tipp des Tages" etc.
Nach zwei Tagen ist mein Tefefon nicht "unglücklich", aber "hungrig". deshalb lege ich es im Café in die Sonne. Ein kleines rotes Lämpchen zeigt an, dass die Solarzelle lädt. Nach zehn Minuten sind rund 2 Prozent Kapazität hinzugekommen, immerhin. Bei dem durchschnittlichen Kaffeekonsum meiner Freunde, müsste keiner von uns je mehr ein Ladekabel benutzen.
Passt zu:
Menschen, die viel unterwegs sind (und dabei ständig ihr Ladegerät vergessen) und smartes Umweltbewusstsein lieben. Rot sollten sie allerdings auch mögen: sämtliches Zubehör ist in der Farbe gehalten, das Display immerhin kann auf schwarz geändert werden. Vorn und hinten ist das Puma Logo angebracht, einmal Branding hätte für meinen Geschmack gereicht.
Silke Wichert
Standort: Berlin
Standpunkt:
„Doch, doch, genau so habe ich das gemeint“
Hauptbeschäftigung: Autorin für Zeitungen und Magazine wie Welt am Sonntag, Stern, Brigitte, merian.de Zusammen mit Julia Freitag gründete sie Ende 2009 styleproofed.com


Kauft mir das bitte jemand: Neongrüner, schmaler Gürtel von Miu Miu

Das sollte bitte niemand mehr tragen: Die Lammfelljacken- und Bikertrenchcoat-Burberry-Kopie von Topshop. Werden leider auch nicht besser, wenn man sie tagtäglich anzieht






Poll
Kate Moss ist das "neue Gesicht" von Mango. Hat die 38-Jährige als Model nicht langsam ausgedient?
Kate Moss ist das "neue Gesicht" von Mango. Hat die 38-Jährige als Model nicht langsam ausgedient?
Ergebnis sehen
  • Warum denn das? Kate Moss kommt nie aus der Mode! (62.75%, 32 votes)
  • Ja, zumal sie schon letztes Jahr für Mango geworben hat! (9.8%, 5 votes)
  • Naja, ein einziges Mal geht noch. Und dann: ein Baby! (27.45%, 14 votes)
Total Voters: 51 Zurück