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WEITERE ACCESSOIRES / besprochen von Silke Wichert am 19.05.2010

Sonnenbrille von Jil Sander

Marke:
Jil Sander
Modell:
JS 608S 001 von Jil Sander
Preis:
um 230 Euro
Where to buy
Warum gerade diese Brille:
Ich bin braunhaarig, im Sommer sogar ein bisschen rothaarig, weshalb Optiker mir ein Leben lang erzählten, ich solle unbedingt Brillen in Hornoptik tragen. Was ungefähr so effektvoll ist, wie nur weiße Möbel vor die Raufasertapete zu stellen. Vor ein paar Jahren bin ich also zu einer Ray Ban Wayfarer gewechselt, in schwarz, was bis letzten Sommer gut funktionierte. Dann allerdings erinnerte das Bild der vollbesetzten Wiese im Weinbergspark an eine Aufnahme aus dem 3D-Kino: alle trugen die gleiche Brille. Außerdem waren meine Gläser endgültig so hinüber, dass ich mich beim Tragen manchmal fragte, ob ich meine Kontaktlinsen eigentlich schon drin hatte.

Ich gehe leider nicht besonders gut um mit meinen Sonnenbrillen, weil ich immer zu faul bin, erst das Brillenetui in meiner Tasche zu suchen, und sie meistens nackt und schutzlos in die Jacke stecke. Und nun komme ich auch endlich zum Punkt, wie ich bei der Jil Sander Brille gelandet bin: Sie ist nicht nur halbrund (was so ziemlich jeder tragen kann; auch ich) und nicht zu groß (was bei meinem kleinen Kopf nicht geht), sondern auch extrem stabil: Die Brille hat eine gebürstete Oberfläche, sie wirkt also rau und mehr anthrazit als schwarz, am ehesten trifft es wohl 'holzig'. Damit sieht sie erstens sofort anders aus als andere schwarze Brillen und wirkt irgendwie weniger empfindlich. Nur das Jil-Sander-Plättchen an der Seite hat nicht lange überlebt, das erste fehlte bereits nach dem zweiten Tragen. Das mag für manche eine Katastrophe sein, ich habe stattdessen gleich das zweite auch noch entfernt. Dann sieht es nämlich so aus, als habe Raf Simons das 'hidden wealth'-mäßig extra so gemacht.
Silke Wichert
Standort: Berlin
Standpunkt:
„Doch, doch, genau so habe ich das gemeint“
Hauptbeschäftigung: Im Moderessort des SZ-Magazins. Zusammen mit Julia Freitag gründete sie Ende 2009 styleproofed.com


Kauft mir das bitte jemand: Das schwarze Kleid mit Wabensmok an den Ärmeln aus der Valentino-Kollektion für Herbst-/Winter 2012/2013

Das sollte bitte niemand mehr tragen: Die Lammfelljacken- und Bikertrenchcoat-Burberry-Kopie von Topshop. Werden leider auch nicht besser, wenn man sie tagtäglich anzieht






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