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MODE / besprochen von Silke Wichert am 01.02.2010

Jackett von Acne

Marke:
Acne
Modell:
Blazer Biggest
Preis:
um 290 Euro
Where to buy
Warum jetzt:
Gerade erst hat man sich an den bequemen Boyfriendblazer gewöhnt, den man so wunderbar über egal welches Kleid schmeißen kann, und keine Angst, das darf auch noch eine Weile so weiter gehen. Aber viele der neuen Blazer sind schon wieder deutlich taillierter geschnitten (ausführliche Betrachtung folgt), für einen "more tailored look" als Gegengewicht. Dieser extra schmale hier hing im Acne-Store in Berlin von der Decke, machte durch die Schleife in der Mitte sofort auf sich aufmerksam und obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, nie wieder einen Blazer von Acne zu kaufen, wurde er doch noch anprobiert. Glücklicherweise.
Der erste Eindruck:
Die schwarze Variante von "Biggest" hat eine schwarze Schleife, dadurch wirkt sie weniger wie selbst angebracht als die weiße am blauen Modell. In schwarz merkt man außerdem kaum, dass es sich um dünnes Stretch-Denim handelt, der Stoff sieht einfach wie mit fester Farbe gestrichene Baumwolle, was ich persönlich sehr viel schöner finde. Mag sein, dass Total-Jeans diesen Sommer zurückkehrt - für mich ist das noch sehr weit weg.
Was taugt er:
Ich wollte nie wieder einen Blazer von Acne kaufen, weil ich einen im Schrank verrotten habe, dessen Polster für jemanden konzipiert wurden, der ein sehr seltenes Verhältnis von Schulterumfang zu Armlänge hat. Leider fiel mir das zu spät auf. Deshalb war ich diesem Modell gegenüber sehr skeptisch, aber "Biggest" sitzt wie angegossen. Als wäre er direkt auf mein Kreuz geschnitten worden. Das fühlt sich die ersten Male noch ungewohnt an, wie ein weiches Korsett, das meinen Körper streckt. Leider sorgt es nicht dafür, dass meine Haltung insgesamt besser wird: meine Schultern hängen trotzdem ständig nach vorne und schieben das Jackett nach oben. Gelegentliches Zurechtrücken ist also unvermeidbar. Daran ändert auch die geschnürte Schleife nichts.
Passt zu:
Darunter trägt man am besten ein einfaches T-Shirt oder geripptes Top und kombiniert es zum kurzen Rock oder Röhre. Eigentlich funktioniert er auch zu weiten Hosen oder Chinos gut, nur nicht zu Leggings, dafür ist er zu kurz. Insgesamt ist der Blazer perfekt für Frauen, die auch mal etwas tailliertes tragen, aber bloß nie zu adrett aussehen wollen. Das ist hiermit schier unmöglich, egal ob in blauen oder schwarzem Denim. Die Schleife muss im Übrigen nie akkurat geschnürt werden, die Bändern können auch einfach so runterhängen.
Neidfaktor:
Selten so oft nach dem Schneider gefragt worden. Das meint die britische Vogue also mit "Trophy-Jackett".
Preis-Leistung:
Eigentlich bin ich versucht zu sagen: Viel zu teuer. Andererseits sitzt dieses Modell so gut, dass ich ihn innerhalb kürzester Zeit sehr oft getragen habe, was die Form relativ unbeschadet mitmacht. Er beult zwar aus, bekommt aber noch keine Jeansränder. Zur Reinigung habe ich mich natürlich noch nicht getraut, denn ganz sicher wird die Farbe nie wieder so satt sein wie jetzt.
Silke Wichert
Standort: Berlin
Standpunkt:
„Doch, doch, genau so habe ich das gemeint“
Hauptbeschäftigung: Im Moderessort des SZ-Magazins. Zusammen mit Julia Freitag gründete sie Ende 2009 styleproofed.com


Kauft mir das bitte jemand: Das schwarze Kleid mit Wabensmok an den Ärmeln aus der Valentino-Kollektion für Herbst-/Winter 2012/2013

Das sollte bitte niemand mehr tragen: Die Lammfelljacken- und Bikertrenchcoat-Burberry-Kopie von Topshop. Werden leider auch nicht besser, wenn man sie tagtäglich anzieht






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