Gehäkelte Kette von Arielle de Pinto
- Marke:
- Arielle de Pinto
- Modell:
- Long Web (gold or silver tonal palette with hand applied patina/oxidizations)
- Preis:
- um 225 Euro
- Warum jetzt:
- Fashion Weeks sind das perfekte Szenario für Fashion-Marktforschung. Wer da behauptet, nicht auf die Klamotten der anderen zu achten, sagt auch, im Zoo nicht nach den Elefanten zu schauen. Eine Kette der amerikanischen Designerin Arielle de Pinto wollten wir schon lange einmal testen, weil ihr Design einzigartig ist ohne gewollt augenfällig zu sein: sie häkelt mit Metall. Hört sich eigenartig an, sieht fantastisch aus. Deshalb trug ich sie nicht nur am ersten Tag im Zelt am Bebelplatz, sondern auch abends bei der Joop!-Präsentation. Am nächsten Tag bei der Pringle Präsentation, zum Mittagessen im Borchardt, so lange bis ein befreundeter Fashion Director meinte: "Was soll das werden - ein Longlife-Test?"
- Der erste Eindruck:
- Nicht, dass ich auch nur ansatzweise häkeln könnte, aber die Kette sieht für mich tatsächlich 'maschig' aus, wie der Rand bei den Papieruntersetzern für Tortenböden. Oder eben - wenn ich mir den Modellnamen "Long Web" vorher einmal angeschaut hätte - wie feine Spinnweben. Gold- und Silber-Glieder sind bei diesem Modell durchmischt, beides wurde jedoch so vorbehandelt, dass die Kette wie antiker Schmuck erscheint.
- Was taugt sie:
- Zuerst traut man sich kaum die Kette anzufassen, weil sie so fragil wirkt und ich Angst habe, mit den kleinen Ösen an jedem Faden meiner Kleidung hängen zu bleiben. Beim Tragen wirken die Glieder allerdings überraschend fest, weil sie durch das Gehäkelte stets mehrfach ineinander gewickelt sind. Natürlich habe ich sie vorher immer vorsichtig abgelegt und nicht erst das T-Shirt über den Kopf gezogen. Hängen geblieben bin ich allerdings kein einziges Mal, und ruiniert habe ich sie, soweit ich das feststellen kann, auch nicht. Sogar das unkontrollierte 'Zulangen' („selbst gemacht?“) einer angetrunkenen jungen Kollegin bei der Dieselparty hat das Long Web unbeschadet überstanden.
- Passt zu:
- Ich bin kein Typ für große Statementketten. Ich komme mir damit immer so vor als würde ich Kuhglocken am Hals tragen und müsste mit meinem Ausschnitt von links nach rechts schaukeln. Arielle de Pintos Konstrukte dagegen sind perfekt zu einfachen T-Shirts wie ich sie ständig als Kontrast zu Jacketts oder Röcken trage. Nicht zu auffällig, so dass sie auch tagsüber passen, gleichzeitig aber so besonders, dass sie als Abendaccessoire funktionieren. Am schönsten zu grau und hellen Stoffen und natürlich zu nackter Haut. Wem das Gewebte manchmal zu großflächig ist, lässt nur den oberen Ansatz aus dem Ausschnitt blitzen. Dafür könnte sie allerdings noch enger am Hals sitzen. Die Länge ist zwar variabel, sie lässt sich aber nicht wirklich kurz einstellen.
- Neidfaktor:
- Bei Joop! in der Neuen Nationalgalerie erkennt sofort jemand: "Ach, warte, das ist doch von dieser Häkel-Designerin!" Arielle de Pintos Stil ist so individuell, dass man ihn nicht wieder vergisst. Ingeborg Harms von der FAZ ermahnt mich, wie ich so eine tolle Kette nicht auf nackter Haut tragen könne. Das ändere ich dann am nächsten Tag und ziehe ein Top unter den Blazer an. Reaktionen: gleich null. Zum noch etwas weit ausgeschnittenen Kleid am nächsten Abend, heißt es immerhin: "Kratzt das nicht fürchterlich auf der Haut?" Nein, tut es nicht.
- Preis-Leistung:
- Ich hatte ehrlich gesagt befürchtet, der Preis für so viel komplizierte Handarbeit würde noch höher liegen. Was nicht heißen soll, dass ich sie vorher ohne zu zögern sofort gekauft hätte. Jetzt möchte ich sofort, weil ich mir sehr sicher bin, dass ich sie ständig tragen würde und sie das vielleicht sogar eine Weile überlebt. Reparieren lassen wird hier eher schwierig.
- Ja, ein genialer Coup von Chanel! (0%, 0 votes)
- Nee! Ein Mann?! Ich verstehe das nicht! (25%, 1 votes)
- Keine Ahnung, mich langweilt der Brangelina-Hype... (75%, 3 votes)
- Was wohl Coco Chanel dazu sagen würde? (0%, 0 votes)