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MODE / besprochen von Silke Wichert

Snakeprint-Kleid von Acne

Marke:
Acne
Modell:
Gigantic Print Silk Dress
Preis:
um 560 Euro
Where to buy
Warum jetzt?
Tüllröcke kommen, Prints bleiben. Mehr muss man zu diesem Kleid eigentlich nicht sagen, und genau deswegen war "Gigantic Print" gleich nach Eintreffen der Pre-Collection von Acne schon fast wieder ausverkauft. Die Schweden machen eben nicht alles, aber immer mehr richtig. Leider gehen im gleichen Verhältnis die Preise nach oben.
Der erste Eindruck:
Meine eigentliche Silvesteroption hat sich gerade erledigt, wer will schon Vintage ysl tragen - das will ich anziehen! Der glänzende, durchsetzte Schlangenprint auf Seide ist einer der schönsten Stoffe, die ich seit langem gesehen habe. Andererseits ist das Muster natürlich extrem auffällig, wie auch der ganze Schnitt nicht gerade für Zurückhaltung steht. Aber vernünftig kann ich ja im nächsten Jahr wieder werden. So viel Chuzpe rächt sich gleich beim ersten Anziehen; bzw. dem Versuch des ersten Anziehens. Ohne Hilfe bekommt man die eingearbeitete Korsage nicht ansatzweise zu, den Reißverschluss ebensowenig. Ich darf nie allein in diesem Kleid nach Hause gehen, sonst muss ich in dem Tüllröckchen schlafen und träume bestimmt von "Anna", dieser schrecklichen Ballett-Vorweihnachtsserie aus den 80ern. Wenigstens lohnt sich der Aufwand: das Kleid sitzt wie angegossen. Allerdings fängt die Taille schon kurz unter der Brust an und der gestufte Mini hört gleich nach dem Hintern auf. Da nutzt auch der enge Stretch-Unterrock nicht mehr viel, ohne Leggings oder blickdichte Strümpfe (nicht mit sichtbarem Zwickel!) geht das gar nicht. Was die beiden losen Bänder da am Rücken zu suchen haben, wissen mal wieder nur die Schweden selbst. Vielleicht sollten sie manchen Sachen eine Gebrauchsanweisung beilegen.
Passt zu:
Realistisch gesehen passt das Kleid am besten zu Mädchen Anfang zwanzig, mit sehr blasser Haut und sehr langen, geraden Beinen. Dann kann man stark davon ausgehen, dass "Gigantic Print" etwa so bleibende Eindrücke hinterlässt, wie ein Outfit von Thea Gottschalk, nur eben in positivem Sinne. Bei mir hingegen habe ich die leise, aber sichere Ahnung, dass ich genau acht Jahre zu spät dran bin für dieses Abenteuer. Vielleicht sollte ich doch lieber zu der etwas gemäßigteren Variante "Gorgeous Print" tendieren.
Neidfaktor:
Der glänzende Schlangen-Print auf Seide erinnert stark an die kommende Sommerkollektion von Alexander McQueen. Egal, wer zuerst dran war, in jedem Fall ist das das Kleid, um das sich gerade alle reißen. Schnell sein!
Preis-Leistung:
Seit Acne sich von dem Zusatz 'Jeans' getrennt hat, veranschlagen sie leider echte Designerpreise. Hier ausnahmsweise zu Recht. Wenn ich mich tatsächlich traue, werde ich das Kleid voraussichtlich einmal tragen können: Dieses Teil vergisst niemand, mich danach auch nicht mehr. Da es bis Silvester aber sowieso restlos ausverkauft sein wird, könnte ich es bestimmt für 10 Prozent mehr weiter verkaufen. Wetten?
Silke Wichert
Standort: Berlin
Standpunkt:
„Doch, doch, genau so habe ich das gemeint“
Hauptbeschäftigung: Im Moderessort des SZ-Magazins. Zusammen mit Julia Freitag gründete sie Ende 2009 styleproofed.com


Kauft mir das bitte jemand: Das schwarze Kleid mit Wabensmok an den Ärmeln aus der Valentino-Kollektion für Herbst-/Winter 2012/2013

Das sollte bitte niemand mehr tragen: Die Lammfelljacken- und Bikertrenchcoat-Burberry-Kopie von Topshop. Werden leider auch nicht besser, wenn man sie tagtäglich anzieht






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