Tank Solo von Cartier
- Warum jetzt?
- Wenn Sie einen Juwelier nach einer modernen Uhr fragen, wird er Ihnen ein riesiges Modell ans Handgelenk legen. Denn aus Gründen, die für meinen Geschmack etwas zu leicht durchschaubar sind, lässt die Uhrenindustrie seit Jahren ihre Neuvorstellungen von Messe zu Messe um ein paar Millimeter anschwellen. Manches Haus hat dabei seine Klassiker ruiniert. Die einzigen Männer, an denen riesige Uhren gar nicht mal schlecht aussehen, sind Scheichs, die sie zu schlichten weißen Dishdashas kombinieren. An allen anderen legen sie die Annahme einer Profilneurose nah – nicht zu verwechseln mit ehrlicher Angeberei, einem völlig zulässigen Motiv beim Uhrenkauf. Um es also kurz zu sagen: Die Tank Solo ist eine der interessantesten Uhren, weil sie nicht dem nervigen Riesenwuchs zum Opfer gefallen ist, der seit Jahren in der Schweiz wütet. Mit einer Breite von 27 mm wirkt sie immer noch fast so zierlich wie der erste Entwurf aus dem Jahr 1917. Sie zu tragen ist schon lässig, weil es so wenige Männer tun. Manchmal sieht man sie an älteren Gentlemen in England oder Frankreich. Und eben an Männern wie Tom Ford und Stefano Pilati.
- Der erste Eindruck:
- Wer er es gewohnt ist, eine Sportuhr wie zum Beispiel eine Rolex Submariner zu tragen, wird überrascht sein, wie leicht die Tank an der Hand ist. Nun ist Leichtigkeit im Zusammenhang mit Uhren kein unbedingt positives Attribut, zu dem stillen Charme der Tank passt ihre Schwerelosigkeit aber. Außerdem könnte die Uhr am eigenen Arm auf manche ein wenig feminin wirken. Die eckige Form, das Gold, der blaue Spinell auf der Krone – alles Gewöhnungssache. Nach einem Nachmittag Eintragen kann man sich fast nicht mehr vorstellen, jemals wieder eines dieser Monstren anzulegen, die eigentlich zum Tiefseetauchen oder Mondspazieren entwickelt worden sind.
- Passt zu:
- Ihren großen Moment hat die Tank Solo beim Black-Tie Dinner. Es gibt nur wenige Uhren, die ähnlich gut zum Smoking passen. Auch tagsüber kann man sie fast ohne Einschränkungen tragen. Nur beim Sport wirkt die Tank deplatziert, besonders wenn er in Wassernähe stattfindet. Was den Mann angeht, zu dem die Uhr passt: Natürlich ist die Tank eher etwas für den nachdenklichen Typ. Wenn genügend Feinsinn vorhanden ist, um sich für ein solches Modell zu interessieren, wird sie aber auch einem Profi-Boxer stehen.
- Neidfaktor:
- Moderat. Der unaufgeregte Chic dieser Uhr erschließt sich nicht allen – darum geht es ja.
- Preis-Leistung:
- Den Maßstäben der Uhrenwelt entsprechend. Die Uhr hat kein mechanisches Werk, sondern einen Quarzantrieb. Das Gehäuse ist vergoldet, auf der Krone sitzt ein Spinell. Und sie ist eben ein Cartier-Klassiker. Ja, Uhren sind teuer.
- Warum denn das? Kate Moss kommt nie aus der Mode! (62.75%, 32 votes)
- Ja, zumal sie schon letztes Jahr für Mango geworben hat! (9.8%, 5 votes)
- Naja, ein einziges Mal geht noch. Und dann: ein Baby! (27.45%, 14 votes)