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KOLUMNEN / besprochen von Silke Bücker am 12.01.2012

Zuletzt gekauft: Senfgelbe Hose mit Flared Leg von The Row

Marke:
The Row
Modell:
Dashford Wide-Leg Woll-Crepe Pants
Preis:
um 318 statt 795 Euro
Where to buy
Warum jetzt:
Glücksgriff? Oder Fehlkauf? In ihrer Kolumne Zuletzt gekauft schreibt Silke Bücker, unsere Modekorrespondentin von der richtigen Seite des Rheins, regelmäßig über Dinge, die zuletzt bei ihr im Kleiderschrank gelandet sind.

Heute: Silke hat im Sale zugeschlagen und sich die Dashford Wide-Leg Woll-Crepe Pants von The Row geschnappt.
Der letzte Versuch:
Ja, ich gebe es zu: Ich bin von Natur aus schnell zu begeistern, andererseits aber auch sehr schwer zu überzeugen. So trug es sich zu, dass ich mir im Sale bei Net-a-porter nach und nach fünf Hosen bestellte und alle wieder zurückschickte. Hosen generell sind ein schwieriges Thema, finde ich und bei Preisen ab 200 Euro aufwärts müssen sie irgendetwas Besonderes haben - zumindest die Farbe, beispielsweise. Aber das Thema hatte sich irgendwie in meinem Kopf verhakt und als ich meine sehr unspezifische Suche nach einem Modell an dem ich einfach nur Gefallen fand beinahe schon aufgegeben hatte, entdeckte ich sie, gerade noch so, mit halbem Auge: die Dashford Wide-Leg Wool-Crepe Pants von The Row, dem Label der Olsen Sisters, die immer ziemlich schöne und edle, aber auch verdammt teure Sachen im Repertoire haben. Knapp 320 Euro anstatt satte 800 Euro ist nach wie vor 'ne Ansage, aber mir gefiel das Modell mit 70ies-Allure so gut, dass ich meine eiserne, selbstauferlegte Regel brach, im Sale nicht mehr als 200 Euro pro Teil zu investieren und zuschlug.
Das glückliche Ende:
Eigentlich hatte ich fest damit gerechnet, dass auch dieser sechste Versuch scheitert, zumal ich wegen der amerikanischen Größe unsicher war und zwischen 2 und 4 schwankte. Schließlich entschied ich mich angesichts der gerade hinter mich gebrachten Feiertage auf kulinarischem Höchstniveau und wochenlanger Sport-Abstinenz für die größere Variante. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Ding kam, saß und siegte. Fantastischer Fall, tolles Material, 1-A-Passform und mir, mit typischer 70er Jahre-Figur - schmale Taille, weibliche Hüfte und vorhandener Po - wie auf den Leib geschneidert. Und was sie erst für die Beine macht - der Wahnsinn. Einziges Manko: Sie ist einen Zentimeter zu lang und ich empfinde das Kürzen von Hosen immer als wahnsinnig heikel. Aber Frau Schneiderin wird's schon richten, es wäre nicht das erste Mal.
Passt zu:
Mindestens bis Mai kann ich sie noch zu offenen Schuhen tragen und muss sie dann nur maximal bis Herbst im Schrank verstauen. Denn für mich ist weder Senfgelb noch das Flared Leg ein vergänglicher Hype - beides gehört zu meinen Alltime-Fave-Modeerscheinungen. Und da die Mode derzeit ohnehin im Retro-Loop rotiert, wird sich auch grundsätzlich bis zum nächsten Winter trendtechnisch nicht allzu viel ändern. Da bin ich sicher. Dazu tragen kann man alles was schlicht, eng und vorzugsweise schwarz ist und wenn ich mal Lust auf den großen Auftritt habe, kombiniere ich die Dashford zu meiner Vintage-Bluse von YSL und einem Aigner-Gürtel in Rostrot. Und die ganzen Boxy Pullover, die meistens im Schrank versauern, weil ihnen kein Hosenbund hoch genug ist, dürfen sich jetzt außerdem auf vollen Einsatz gefasst machen.
Silke Bücker
Standort: Köln


Standpunkt: Alles Plastik

Zuletzt gekauft: Trenchcoat von Lahssan bei Colette in Paris

Unter dem Titel Alles Plastik schreibt Silke Bücker seit rund sechs Jahren als freie Journalistin über Mode, beispielsweise für JNC, INDIE Magazine, Fashion Today oder TM. Ihr gehörte dreieinhalb Jahre lang die Kölner Boutique “Gold – Mode zur Zeit“, die sie aus Vernunftsgründen jedoch kürzlich an den Nagel hängte. Ihre Heimatstadt Köln hält sie für gleichermaßen sympathisch wie unmodisch und provinziell, und grade deshalb ist sie gerne dort. Weil sie zu denen gehört die sich, unbeeinträchtigt von Hektik und Hype, am liebsten ihr eigenes Bild machen.



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