de_banner_schuhe_160x600
KOLUMNEN / besprochen von Silke Bücker am 03.11.2011

Zuletzt gekauft: Schnürstiefelette von Alexander Wang

Marke:
Alexander Wang
Modell:
Luca Ankle Boots
Preis:
um 435 statt 734 Euro
Where to buy
Warum jetzt:
Glücksgriff? Oder Fehlkauf? Auf styleproofed.com schreibt Silke Bücker, unsere Modekorrespondentin von der richtigen Seite des Rheins, nun regelmäßig über Dinge, die zuletzt bei ihr im Kleiderschrank gelandet sind.

Heute: die Alexander Wang Ankle Boots 'Luca', die jetzt schon so gut wie ausverkauft sind. Noch mehr von Alexander Wang finden Sie hier.
Wieso ich sie haben musste:
Irgendwas fehlt ja immer im Kleiderschrank. Bei mir war es zuletzt eine Schnürstiefelette mit hohem und trotzdem robustem Absatz. Eine, die man auch mal zum Ausgehen anziehen und sich die Nacht tanzend um die Ohren schlagen kann. Ein Modell mit Substanz.
Die mühsame Suche:
Da aktuell keine Reise anstand, suchte ich erst mal in den zwei in Frage kommenden Kölner Schuh-Boutiquen. Ohne Erfolg. Weiter ging die Recherche in gängigen Online-Shops - von Mytheresa über NET-A-PORTER, ASOS und Surface To Air bis hin zu Zalando und sogar Vagabond - ein Label, das ich seit Beendigung adoleszenter Verwirrung in Fragen des guten Geschmacks längst von der Liste in Frage kommender Brands gestrichen hatte. Ich wurde sogar fündig, aber irgendwie schien mir das Modell zu ... naja, gewöhnlich. Ansonsten: Fehlanzeige. Also fragte ich meine Shopping-Verbündete Karin, mit der ich mich via Facebook immer über die neuesten Errungenschaften in Sachen Mode austausche. Eine schöne Gewohnheit. Und siehe da, der heiße Tipp kam von ihr: Der 'Luca' Boot von Alexander Wang, unter anderem erhältlich in Wangs eigenem e-Shop. Zack, ich hin da, im übertragenen Sinne, ausverkauft in meiner Größe. Fündig wurde ich schließlich bei 'Forward by Revolve' - leider ebenfalls ein amerikanischer Anbieter. Auch der Preis ließ mich schlucken, 470 Euro, aber der Schuh schien einfach zu perfekt ... ich fackelte nicht lange (das tue ich sowieso nie, wenn ich von etwas überzeugt bin), kratzte die letzten Kreditkarten-Reserven zusammen, sehnte im Stillen das Ende des Monats herbei und schlug zu.
Die Sache mit dem Zoll:
Völlig verdrängt hatte ich in meiner Euphorie diese überflüssige Instanz namens Zoll, der ja gemeinhin noch die nicht anfallende Steuer bei Auslandseinkäufen abzocken will, bevor er Konsumgüter den finalen Empfängern aushändigt. Kauft man im Ausland, lässt sich das klug umgehen, indem man tunlichst sämtliche Etiketten an neu Gekauftem eliminiert und bei einer etwaigen Kontrolle so tut, als wäre das Teil schon längst im eigenen Besitz. Geht aber leider nicht bei Einkäufen, die per Paketdienst die Landesgrenzen inklusive aller Instanzen passieren müssen. Ich überlegte kurz, meine Bestellung zu stornieren, redete mir aber andererseits ein, aufgrund des günstigen Dollar-Kurses ja ohnehin Geld zu sparen... So what! Gut anderthalb Wochen später fand ich dann die ersehnte Benachrichtigungskarte in meinem Briefkasten. Ich drehte sie um und fand keine Anmerkung bezüglich einer zu zahlenden Gebühr. Glück gehabt, freute ich mich und stiefelte ohne Umschweife zu meiner Postfiliale. Dort angekommen, wurde ich meiner naiven Illusion ruckzuck beraubt. "Was der Kollege leider nicht auf der Karte vermerkt hat", tönte es hinterm Tresen in meine Richtung, "auf das Paket sind noch 130 Euro Zollgebühr fällig." "Aha, mmh, ja klar", murmelte ich. Wäre ja auch zu schön gewesen, und zückte meine EC-Karte.
Auf dem Weg nach Hause:
beschäftigen mich genau drei Gedanken:
1. Hoffentlich sind die Schuhe schön.
2. Hoffentlich passen sie.
3. Hoffentlich sind sie bequem.
Denn wirklich geärgert hätten mich die rund 40 Euro, die ich im Falle einer Rücksendung noch mal für den Versand hätte blechen müssen.
Das Happy End:
1. Sie sind wunderschön und entsprechen genau dem, was ich mir vorgestellt hatte. 2. Sie passen! Wie angegossen!
3. Sowohl die Boots als auch meine Füße haben bereits zwei lange Partynächte überlebt, ohne irgendeinen Schaden davon zu tragen. Obwohl der Absatz echt hoch ist, läuft man darauf wie eine Eins, offenbar kennt sich Mister Wang, im Gegensatz zu manch einem Kollegen, mit der perfekten Konstruktion eines Schuhs bestens aus.
Passt zu ...
Allem. Echt. Punkt.
Silke Bücker
Standort: Köln


Standpunkt: Alles Plastik

Zuletzt gekauft: Trenchcoat von Lahssan bei Colette in Paris

Unter dem Titel Alles Plastik schreibt Silke Bücker seit rund sechs Jahren als freie Journalistin über Mode, beispielsweise für JNC, INDIE Magazine, Fashion Today oder TM. Ihr gehörte dreieinhalb Jahre lang die Kölner Boutique “Gold – Mode zur Zeit“, die sie aus Vernunftsgründen jedoch kürzlich an den Nagel hängte. Ihre Heimatstadt Köln hält sie für gleichermaßen sympathisch wie unmodisch und provinziell, und grade deshalb ist sie gerne dort. Weil sie zu denen gehört die sich, unbeeinträchtigt von Hektik und Hype, am liebsten ihr eigenes Bild machen.



Poll
Brad Pitt wirbt als erster Mann für den Parfum-Klassiker Chanel No. 5: Macht das Sinn?
Brad Pitt wirbt als erster Mann für den Parfum-Klassiker Chanel No. 5: Macht das Sinn?
Ergebnis sehen
  • Ja, ein genialer Coup von Chanel! (0%, 0 votes)
  • Nee! Ein Mann?! Ich verstehe das nicht! (25%, 1 votes)
  • Keine Ahnung, mich langweilt der Brangelina-Hype... (75%, 3 votes)
  • Was wohl Coco Chanel dazu sagen würde? (0%, 0 votes)
Total Voters: 4 Zurück