Posen in der Provinz: mit dem Jumpsuit von H&M
- Marke:
- H&M
- Modell:
- Jumpsuit aus Waschseide mit Beinschlitz von H&M
- Preis:
- um 60 Euro
- Warum jetzt:
- Jumpsuits sind der Überraschungstrend des Sommers, wie wir in unserem Best of Jumpsuits bereits festgestellt haben. Weil sie bequem und lässig und trotzdem elegant sein können. Aber in Berlin, Paris oder London lässt sich ja vieles behaupten, deshalb macht unsere Autorin Laura-Lena Förster jetzt den härtesten aller Reality-Checks: In unserer neuen Serie "Posen in der Provinz" trägt sie aktuelle Trends dort wo sie für noch mehr Aufsehen sorgen: in Kleinstädten wie Georgsmarienhütte bei Osnabrück. Dieses Mal ist der Jumpsuit von H&M an der Reihe, mit dem sie in der niedersächsischen Provinz einen nach(d)rücklichen Eindruck hinterlässt.
- Der erste Eindruck:
- Wo ist der Eingang? Wie herum trägt man das Teil überhaupt? Gut, dass H&M ein Foto mitgeliefert hat (thank God for being a journalist), auf dem ein Model zeigt, wie das Ganze idealerweise aussehen soll. Das ist also die Benchmark. Liegt hoch, es gab aber schon höhere. Kein Mensch, das heißt auch kein Pressefuzzi mit Foto, wird sie allerdings ohne Hilfe jemals erreichen. Der Jumpsuit ist für Teamplayer gemacht. Wer ihn tragen will, muss mindestens für fünf Minuten sein Dasein als Einzelgänger aufgeben. Ja, so sind sie, die Schweden, auch in der Mode Verfechter sozialer Fürsorge. Praktisch findet man nämlich eher mit vier als mit zwei Augen die Löcher an der Spitze des Dreiecks, das Brust und Bauch bedeckt. Diese Löcher sind elementar, weil durch sie die Kette gezogen wird, die das Dreieck am Nacken hält. Die Kette wiederum muss, einmal um den Hals geführt, in sich selbst eingehakt werden. Spätestens dann bereut man es, die WG aufgegeben zu haben.
- Passt zu:
- Brauner Haut, mindestens 1,75 Meter Körpergröße und einer superschlanken Linie. Ladys, machen wir uns nichts vor: Jumpsuits, die an den Beinen geschlitzt und am Rücken frei sind, verlangen von ihrer Trägerin antrainierte und anatomische Grundvoraussetzungen. Stammeln Sie jetzt bitte nicht: „Aber, aber, die sind doch so bequem und engen auch gar nicht ein . . .“ Korrekt, aber finden Sie sich in einem cognacfarbenen Kartoffelsack sexy? Genauso wirkt das gute Stück nämlich, wenn sie die drei erstgenannten Kriterien nicht erfüllen. Dann kann Sie auch kein Jäckchen, kein High Heel und kein Selbstbräuner retten, höchstens zwei Hacken und eine Staubwolke. Also: Vergessen Sie endlich den Spruch, wonach eine schöne Frau nichts entstellen kann. Es kann, es kann: Wenn zu viel Stoff zu locker um den käsigen Körper fällt. Sollten Sie hingegen gute Gene, eine 1a-Rückenpartie und gerade drei Wochen Mauritius hinter sich haben: Rein in das Teil! In diesem Stadium brauchen Sie nichts weiter als Sandalen und eine Sonnenbrille. Dann kann man sich damit, theoretisch, sogar auf dem Fest der Freiwilligen Feuerwehr oder dem örtlichen Weinfest blicken lassen. Vielleicht finden Sie sich am nächsten Tag allerdings in der Lokalpresse wieder.
- Neidfaktor:
- Sofern Sie nicht zur Gattung Trägerin eines cognacfarbenen Kartoffelsacks gehören, was Ihnen in der Umkleidekabine unbedingt jemand, der nicht von Ihnen abhängig ist, bestätigen sollte, wird dieser Sommer in diesem Jumpsuit Ihr Sommer sein. Männer werden dichten: „Dein Rücken ist zum Entzücken!“ Frauen werden verschämt ihr Dekolleté bedecken: „Mist, schon wieder auf die falsche Seite gesetzt.“ Fashion Victims werden sich zuflüstern: „Oh, subtile Weiblichkeit ist so ein Sommer-Highlight. Oh, und dieser klassische Cognacton erst!“ Prosten Sie sich selbst mit dem Retro-Cocktail "Swimming Pool" zu - Blau passt perfekt!
- Preis-Leistung:
- H&M halt.
- Ja, ein genialer Coup von Chanel! (0%, 0 votes)
- Nee! Ein Mann?! Ich verstehe das nicht! (25%, 1 votes)
- Keine Ahnung, mich langweilt der Brangelina-Hype... (75%, 3 votes)
- Was wohl Coco Chanel dazu sagen würde? (0%, 0 votes)