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WEITERE ACCESSOIRES / besprochen von Silke Wichert am 21.04.2011

With Betty Draper’s Eyes: die January J Sonnenbrille von Versace

Marke:
Versace
Modell:
January J - Catwalk Sun Style
Preis:
um 230 Euro
Where to buy
Warum jetzt:
Dass ab einem ersten Temperaturanstieg jenseits der 18 Grad Sonnenbrillen ein Thema sind, trifft jetzt niemanden unvorbereitet. Mit DIESER Sonnenbrille war allerdings nicht zu rechnen: die January J Collection von Versace, benannt nach January Jones alias Betty Draper in Mad Men. Wer das Werbemotiv mit der aktuellen „Versace Blonde“ (O-Ton Donatella Versace) einmal gesehen hat, wird die Brille nicht mehr vergessen. Aber: Kann so ein Medusen-Modell auch jemand anderes tragen? Oder vielmehr: Kann man sie überhaupt tragen? Das musste natürlich sofort ausprobiert werden.
Der erste Eindruck:
Das sogenannte Keypiece der Versace January J Collection ist nicht, wie erwartet, eine klassische 50er Jahre Retro-Sonnenbrille im Stil von Betty Draper, sondern eher eine 90er-Jahre-Retro-Nummer im Stil von Catwoman. Rahmenlos, halbverdunkelt, mit Versace-typischen Medusa-Köpfen in der „Cateye“-Verlängerung rechts oben. Genauer: „3D-Medusen“, was aber zu vernachlässigen ist. Ob 3D oder 2D – diese Köpfe werden so wenig übersehen werden wie die Medusa-verzierten Sicherheitsnadeln am Kleid von Elizabeth Hurley damals. Und eine beeindruckende Anziehungskraft entwickeln sie auch sofort: fünf Minuten nach Eintreffen in der Redaktion hat die Brille bereits gierige Fingerabdrücke von sämtlichen Anwesenden auf den Gläsern.
Wie trägt sie sich:
Ehrlich gesagt hätte ich nicht einmal gedacht, dass man diese Brille überhaupt tragen kann; also zumindest jemand, der nicht January Jones und keine andere Versace Blonde ist. Ich dagegen bin brünett und aus Düsseldorf, was für manche zwar das rheinische Hollywood sein soll, diese Brille aber vollkommen kalt lässt. Um so überraschter bin ich – und alle anderen - beim ersten Blick in den Spiegel: gar nicht so schlecht wie erwartet. Irgendwie sogar: überraschend gut. Also so schräg, dass sie schon wieder unfassbar gut ist. Beim ersten Außeneinsatz treffen wir zwei PR-Frauen eines konkurrierenden italienischen Modelabels, die sich sofort auf „THE NEW VERSACE!“ stürzen. Wer keinen Wert auf Conversation Pieces legt, trägt bitte einfach seine Wayfarer weiter.
Passt zu:
In der Welt am Sonntag habe ich geschrieben, ich könne mir die Brille durchaus auch bei Sabine Christiansen auf Sylt vorstellen. Das war ein bisschen gemein und ist, nach ein paar Mal tragen, auch nicht ganz zutreffend. Die Sonnenbrille steht sogar mir irgendwie (ok, Julia noch ein bisschen besser), nur steht der Brille wiederum nicht jede Umgebung. Als ich mit einem, von mir sehr geschätzten Kollegen, in Berlin-Mitte in die Mittagspause gehe, fragt er ehrlich besorgt: „Aber wo gehen wir mit Dir und dieser Brille denn hier bloß hin? In die Newton Bar?“ Ein bisschen glamouröser darf’s schon sein. Ich sehe mich damit eher in Miami, Marbella oder eben in Mailand, definitiv auch in München. Für die Medusa alles mit „M“ also.
Und sonst:
Welches Versace-Etui gehört wohl dazu? Schwarz? Silber? Nein, Versace-Weiß natürlich. Und es ist extrem schlank. Frauen, die diese Brille tragen, bevorzugen kleine Handtaschen.
Preis-Leistung:
Wer diese Brille haben will, den interessiert der Preis nicht im Geringsten. Hier geht es um ein Statement-Piece, das entweder sehr viel Glamour bringt (und braucht) oder sehr viel Selbstbewusstsein erfordert. Beides unbezahlbar.
Silke Wichert
Standort: Berlin
Standpunkt:
„Doch, doch, genau so habe ich das gemeint“
Hauptbeschäftigung: Im Moderessort des SZ-Magazins. Zusammen mit Julia Freitag gründete sie Ende 2009 styleproofed.com


Kauft mir das bitte jemand: Das schwarze Kleid mit Wabensmok an den Ärmeln aus der Valentino-Kollektion für Herbst-/Winter 2012/2013

Das sollte bitte niemand mehr tragen: Die Lammfelljacken- und Bikertrenchcoat-Burberry-Kopie von Topshop. Werden leider auch nicht besser, wenn man sie tagtäglich anzieht






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