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MäNNER / besprochen von Marcus Luft am 26.01.2011

Runway to Reality: Marcus Luft testet die Biker-Jacke von Burberry Prorsum

Marke:
Burberry Prorsum
Modell:
Biker-Jacke aus Nappaleder von Burberry Prorsum
Preis:
um 1.995 Euro
Where to buy
Die Gegendarstellung:
Natürlich darf ein guter Mode-Journalist niemals Kollektionen danach bewerten, ob sie einem selbst stehen. Man muss ein Auge dafür haben, ob sie zur Brand passt und eine Weiterentwicklung stattgefunden hat. Aus diesem Grund schrieb ich an dieser Stelle Anfang des Jahres, ich würde bei Burberry eine Runde aussetzen, da mir die Leder-Nieten-Geschichte viel zu sehr Balmain sei. Und „Balmain“ will heute wirklich niemand mehr sein. Außer Frau Ochsenknecht. Aber die hat auf diesen Seiten natürlich nichts zu melden. Burberry weiß, dass ich normalerweise großer Fan der Marke bin und schickte mir daher – quasi zur Gegendarstellungen - zwei Biker-Lederjacken zum Testen. Eine komplett vernietete in Beere. Die landete sofort wieder in der UPS-Kiste. Doch das Model in Creme wurde mit nach Berlin zur Modewoche geschleppt. Zunächst hatte ich ein wenig Scheu. Schließlich bin ich vieles, ein Rocker allerdings ganz bestimmt nicht. Außerdem ist die Jacke kurz geschnitten. Ein wenig wie jenen Spencer, den ich in den Achtzigern an meiner Konfirmation trug. Und sie kam mir sehr hart vor, weshalb ich meinem Begleiter schon vorher sagte, er müsse mich wohl den Abend über füttern. Sie sehen: Ich suchte viele Gründe, die Jacke zu hassen. Und meinem Urteil treu zu bleiben. Doch es half alles nichts. Ohne arrogant zu wirken: Ich war der Schuss des Abends. Kombiniert zur neuen, ebenfalls sehr empfehlenswerten, Adidas Originals Jeans und einem T-Shirt, welches mir meine Freundin Silke in Miami aussuchte (kleines Kind mit Schusswaffe), war ich der Hingucker bei der Hugo-Show und später im Grill Royal. Das Leder ist weich wie französische Meersalz-Butter. Die enge Form ließ mich gerade und selbstbewusst sitzen. Und offenbar sah ich damit sehr cool aus. Burberry Prorsum ist es gelungen, die rockige Attitude dank einer angesagten Farbe in die Modernität zu bringen. Einige Kollegen wollten die Jacke ebenfalls spüren. Viele sprachen mich auf sie an. Das kommt bei Biker-Jacken nun wirklich nicht oft vor. Schließlich trägt hier fast jeder Hansdampf ein Modell gleicher Bauart. Aber dank eines riesigen Kragens und XXL-Zippern sowie einem Gürtel ist sie eben doch anders. Vor allem kann ich mir die Jacke auch sehr gut zu einer engen Anzughose vorstellen. Nur ein Hemd darunter tragen sollte man nicht. Ein T-Shirt, vielleicht mit Knopfleiste, gefällt mir gar sehr.
Fazit:
Ein Freund riet mir: „Diese Jacke ist es Wert, Deine Karriere zu ruinieren – und sie einfach zu klauen. Ein anderer meinte: „Investiere das Geld. Nur wenn man wegen des Betrags an der Kasse zittert, ist es richtig.“ All das weiß ich noch nicht. Was ich weiß ist, dass ich meinen Neujahrs-Vorsatz brechen werde und mir die Kollektion nun doch noch einmal genauer anschaue.
Marcus  Luft
Standort: Hamburg
Standpunkt
:
„Nur wer die Mode liebt, darf sie auch kritisieren!“
Hauptbeschäftigung:
Fashion Director von GALA und Redaktionsleiter von GALA Men. Lässt sich über Mode- und Stilphänomene auf seinem Blog tooposhtopush aus

Kauft mir das bitte jemand: Church's Loafer in Prestige Black



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