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WEITERE ACCESSOIRES / besprochen von Silke Wichert am 20.12.2009

Armband von Hermès

Marke:
Hermès
Modell:
Bracelet Collier de chien gainee, havane
Preis:
um 890 Euro
Where to buy
Warum jetzt?
Leder ist diese Saison ein riesen Trend, Nieten immer noch, breite Armbänder ebenfalls – muss man zu diesem Armreif noch mehr sagen?
Der erste Eindruck:
Nieten sind für Frauen über 25 eigentlich indiskutabel (abgesehen von der Givenchy-Lederjacke aus dem vergangenen Jahr vielleicht), aber mit Leder ummantelt wirken die Metallspitzen gleich viel edler, fast wie, genau – Pralinés. Der erste Moment am Arm erinnert noch an die orthopädische Handgelenkbandage bei der Sehnenscheidenentzündung von vor ein paar Jahren: Das Leder, Barenia-Kalbsleder, ist in der Form anfangs arg sperrig. Dafür hat sich mein Handgelenk nach ein paar Tagen so sehr daran gewöhnt, dass es sich ohne schrecklich nackt anfühlt. An der Oberfläche ist das Leder butterweich, was unkontrolliertes Tätscheln auslöst, andererseits den Armreif extrem empfindlich macht.
Passt zu:
Dieses Stück braucht Platz, in jeglicher Hinsicht: Am besten also nichts Langärmeliges tragen, was dann am Ärmel mit dem „Bracelet Collier“ kollidiert. Ansonsten passt es, gerade in der Farbe „Havane“, eigentlich zu allem. Feinen Kleidern nimmt es die Strenge, zur Jeans hat es fast schon „rock chic“, zum Abendkleid ist es der überraschende Hingucker. Im gleichen Design gibt es übrigens auch einen Gürtel, den aber natürlich bitte nicht „matching“ mit dem Armreif tragen.
Neidfaktor:
In jedem Fall unübersehbar und ziemlich eindeutig Hermès: Der Entwurf mit dem kleinen Ring geht auf das bekannte Hundehalsband „Collier de chien“ des Hauses zurück.
Preis-Leistung:
Jetzt kommt der Haken: Fast 900 Euro? (Nein, das ist kein Set-Preis, der passende Gürtel kostet noch mehr). Das Barenia-Leder hauchdünn über die Nieten und den kleinen Ring zu ziehen, mag extreme Handarbeit sein, trotzdem ist die Preisfindung eher schleierhaft. Wenigstens kann man sich sicher sein, dass dieses Accessoire auch noch tragbar ist, wenn der Nietentrend nur noch auf Harley-Davidson-Treffen erlaubt ist.
Silke Wichert
Standort: Berlin
Standpunkt:
„Doch, doch, genau so habe ich das gemeint“
Hauptbeschäftigung: Im Moderessort des SZ-Magazins. Zusammen mit Julia Freitag gründete sie Ende 2009 styleproofed.com


Kauft mir das bitte jemand: Das schwarze Kleid mit Wabensmok an den Ärmeln aus der Valentino-Kollektion für Herbst-/Winter 2012/2013

Das sollte bitte niemand mehr tragen: Die Lammfelljacken- und Bikertrenchcoat-Burberry-Kopie von Topshop. Werden leider auch nicht besser, wenn man sie tagtäglich anzieht






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