Das neue Eau de Parfum Womanity von Thierry Mugler
- Warum jetzt:
- Entweder man mag die schwülstigen Düfte von Thierry Mugler. Oder eben nicht. Die Zahlen sprechen jedoch für sich: Mugler Kosmetikprodukte (die Clarins gehören) erwirtschaften einen Jahresumsatz von knapp 150 Millionen Euro. Dabei gibt es von Thierry Mugler erst zwei Damendüfte. „Angel“ gehört seit der Lancierung vor 18 Jahren sogar zu den Top Five der weltweit bestverkauften Damenparfums. Nach dem erfolgreichen Duftlaunch von „Alien“ vor fünf Jahren, gibt es jetzt ab September das neue Parfum „Womanity“. Das Parfum und das Konzept dahinter sind bisher einzigartig in der Parfum-Geschichte, und zwar nicht nur, was die süß-salzige Duftkomposition betrifft. Womanity ist auch eine vom Designer Mugler gegründete Internet-Plattform, wo Frauen aus aller Welt ihre Ideen durch Videos, Fotos, Artikel und Post austauschen und miteinander diskutieren sollen. „Womanity, sowohl das Parfum als auch die Plattform, ist das unsichtbare Band zwischen allen Frauen“, so Monsieur Mugler. So, so. Ich war gespannt bzw. skeptisch als ich zur Duftpräsentation nach Paris flog. Denn ich gehöre zu denen, die bisher keine Thierry Mugler Parfums mögen.
- Der erste Eindruck:
- Der Parfumdeckel mit dem Sphinx-Kopf sieht aus, als hätte Mugler sich von einem Science-Fiction-Fantasy-Amazonen-Roman inspirieren lassen. Passt aber irgendwie auch zum Mugler Stil. Der französische Mode-Designer wurde in den 80er Jahren mit futuristisch anmutenden Kollektionen für die Überfrau bekannt. Markenzeichen waren metallische Büstenhalter, Riesenschulterpolster und viel Latex. Frauenbilder aus Wagners Opern waren hierfür seine Inspirationen. Dazu passten auch die sehr starken, sinnlichen Düften wie „Angel“ und „Alien“. Für die moderne Cyberfrau von heute gibt es den modernen Duft „Womanity“ mit süß-salziger Note. Am Flakon befindet sich übrigens noch ein abnehmbarer Ring mit Kette, der für Mugler „das unsichtbare Band zwischen den Frauen darstellen soll“. Wer es mag.. Freundschaftsringe gab es zuletzt in meiner Teenie-Zeit. Und dieser sieht mir auch zu sehr nach Herr der Ringe mit Gothic-Touch aus. Optisch kein Parfum, was es in die erste Reihe meines Badezimmerschranks schafft.
- Was taugt er:
- Zuerst war ich skeptisch. Ich mag eben keine sinnlich-orientalische Düfte und erwartete einen zuckersüßen, kopfschmerzlastigen Duft, wie ich ihn von „Angel“ kannte. Das Gegenteil war der Fall. Gut, immer noch kein leicht-spritziger Sommerduft, aber angenehm warm. Eher holzig als orientalisch oder blumig. Beim Auftragen riecht das Parfum zunächst gewohnt süß (aber nicht ganz so extrem wie bei den vorherigen Mugler-Parfums), was aber schnell verfliegt. Das liegt an den Feigennoten. Später wird es wirklich salzig, was an der Kaviarnote liegt. Und im Laufe des Tages erscheint der holzige Feigenbaumblatt-Akkord. Die süß-salzige Duftkomposition ist eine technologische Innovation und bisher einmalig in der Parfumgeschichte. Die molekulare Extraktion von Feige und Kaviar ermöglicht die Wiederherstellung der Duftsubstanz der Materialien und den Erhalt der Zutaten für eine absolut naturgetreue Duftsubtilität. Alles klar soweit?
- Passt zu:
- Eben nicht zur typischen Thierry Mugler Kundin à la 80ies Ikone Jerry Hall. Sondern zu jungen Frauen, die eher cleane Mode wie von Céline bevorzugen. Dann ist der Überraschungseffekt am größten. Weil aber auch dieser Duft nicht ganz leicht ist, sollte man ihn sparsam, am besten abends oder in der kalten Jahreszeit, verwenden.
- Neidfaktor:
- Vielfältig. Freundinnen waren angenehm überrascht, („Ach Quatsch, das ist doch nicht Thierry Mugler!"), meine Mutter - sowie wahrscheinlich die übrige 80er Jahre-Thierry-Mugler Generation - war allein beim Namen schon neidisch ("Es gibt ein neues Parfum von Thierry Mugler? Also, wenn Du den Duft nicht magst...") und Männer haben es mal wieder nicht verstanden („Hm, neue Kokosnuss-Bodylotion?“)
- Preis-Leistung:
- Fairer Preis. Und beim Kauf tut man auch gleich was für das ökologische Gewissen: Die Verpackung ist ein recycleter und recyclebarer Pappkarton ohne Innenwände und Beipackzettel. Und der Flakon kann nachgefüllt werden. Und wem der Duft dann trotzdem noch zu teuer ist: die kleinste Größe (30 ml) gibt es auch schon ab 49 Euro.
- Ja, ein genialer Coup von Chanel! (0%, 0 votes)
- Nee! Ein Mann?! Ich verstehe das nicht! (25%, 1 votes)
- Keine Ahnung, mich langweilt der Brangelina-Hype... (75%, 3 votes)
- Was wohl Coco Chanel dazu sagen würde? (0%, 0 votes)