Streifenshirts für Männer
- Warum jetzt?
- Weil man damit jetzt endlich auch an Land darf, ohne albern zu wirken. Mal ehrlich, ich persönlich habe die Dinger schon immer geliebt, und das aus mehreren Gründen: Erstens wäre da die Sache mit den attraktiven Streifen... Steckt nicht in jedem von uns Kerlen ein Seemann, Popeye, Leichtmatrose Michael? Oder wie in meinem Fall ein Steve McQueen in „Kanonenboot am Yang Tse Kiang (wobei er da gar kein Ringelshirt trägt, aber darum geht es nicht). Zum Zweiten wäre da der meist vorhandene leichte U-Boot-Kragen, der einem ein Gefühl von unendlicher „Hals– und Nackenfreiheit“ gibt, wie sonst nur Shirts mit Knopfleiste –toll! Als weiterer wichtiger Punkt ist der (ohne übertreiben zu wollen) kulturhistorische Aspekt des Ringelshirts zu beachten. Oft versuchten die Kultur-Eliten sich damit auf nostalgische Kragenweite mit bretonischen Fischern und russischen Matrosen zu stellen, Männer wie Pablo Picasso oder Fassbinders Querelle. Oder, as gay as it gets, die Gaultier-Kampagne nachzustellen? Aber lange Rede, überhaupt kein Sinn - diesen Sommer kann JEDER Ringel tragen, ohne dass man direkt vom Shirt auf Beruf oder sexuelle Orientierung schließen kann. Es lebe die Freiheit der Meere, die am Hals und allgemein. Kleiner Tipp: Ringelshirts unter dunkelblauen Sommeranzügen sind gerade in London und Stockholm das Maß aller Dinge. Wer sich traut, trägt dazu noch Strohhut. Bretonisches Laissez-faire halt.




